Hotspot des Monats April: Die Schlehe

28.03.2018


Schwarz, weiß, grün, blau – das alljährliche Farbenspiel der Schlehe

Zu Beginn des Jahres besticht die Schlehe (Prunus spinosa) durch ihr stark verzweigtes Erscheinungsbild und, wie ihr Trivialname Schwarzdorn schon verrät, durch die mit Dornen besetzten schwärzlichen Äste. Der sparrige Strauch wird gewöhnlich bis zu drei Metern hoch, kann in Einzelfällen aber auch Höhen von bis zu sechs Metern erreichen.

Im Frühjahr, noch vor dem Blattaustrieb, vollzieht die Schlehe ihren ersten Farbwechsel. Als eine der ersten unserer Wildstraucharten bildet sie ihre schneeweißen Blüten aus. Durch diese „vorlaufenden“ Blüten ist sie zu dieser Jahreszeit leicht vom Weißdorn zu unterscheiden, dessen Blüten sehr ähnlich aussehen, sich aber einige Wochen später an bereits belaubten Zweigen entwickeln. Diese frühe Blütenausbildung ist vor allem für die Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten von Vorteil, da sie so schon früh mit reichlich Nektar versorgt werden.

Der zweite Farbwechsel findet im Mai statt. Die weißen Blüten verblühen und werden im Laufe des Monats durch die grünen Laubblätter abgelöst. Obwohl die Schlehe in ihrem belaubten Stadium eher unscheinbar ist, bietet sie doch einen Rückzugsort für diverse Tierarten. Vor allem Vögel können sich in dem dichten Blattwerk gut verstecken und brüten. Arten wie der Neuntöter fühlen sich hier besonders wohl. Den brutal klingenden Namen verdankt der kleine Vogel nämlich seiner Eigenschaft kleine Beutetiere wie Raupen als Nahrungsreserve auf Dornen aufzuspießen, von denen die Schlehe mehr als genug hat.

Ab September schleicht sich dann langsam etwas Blau ins grüne Blattwerk. Grund dafür sind die kleinen, kugeligen, blau bereiften Steinfrüchte, die auch bis spät in den Winter an den Ästen bleiben, wenn sie nicht vorher von einem Vogel verspeist oder einem Mensch geerntet wurden. Die Früchte lassen sich nämlich hervorragend zu Marmelade oder Likör verarbeiten. Mit der Ernte sollte man allerdings bis nach den ersten Frösten warten, da die Früchte dann milder und süßer schmecken. Auch die nahe Verwandtschaft der Schlehe hat delikate Früchte zu bieten. Sie wird nämlich in die gleiche Gattung wie Kirsche, Aprikose, Pfirsich oder Pflaume eingeordnet. Die Ähnlichkeit mit der Pflaume ist übrigens kein Zufall, denn der klassische Pflaumenbaum im Garten ist eine Züchtung aus Schlehe und Kirschpflaume.

Anders als ihre Verwandten wie der Weißdorn oder die Hagebutte  ist die Schlehe für den heimischen Garten aber eher ungeeignet, da sie sich über ein weit verzweigtes Wurzelsystem ausbreitet und somit teilweise undurchdringliche Gestrüppe bildet, die man nur schwer wieder los wird.

Auch wenn es noch dauert, bis die schwarzblauen Beeren die Schlehen schmücken, hier schon einmal ein Rezept für ihre Verwertung:

 

Schlehenmarmelade

600 g Schlehenmark

400g geriebener Apfel (Birne, Brombeersaft)

1 kg Gelierzucker

 

Schlehen (nach dem ersten Frost oder tiefgekühlt) mit Wasser bedeckt weich kochen, durch ein Sieb rühren.  Abgewogenes Schlehenmark mit den geriebenen Äpfeln und dem Zucker 4 Min. sprudelnd kochen.

 

 




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