Hotspot des Monats Januar: der Efeu

11.01.2018


Für Grün im wintergrauen Einerlei sorgt bei uns der Efeu.

Ein grüner Tupfer in der Landschaft

Er besiedelt viele verschiedene Lebensräume und jeder hat ihn wohl schon einmal gesehen, ob in Gärten, Städten oder Wäldern, der Gewöhnliche Efeu (Hedera helix) ist fast überall vertreten.

 Besonders in der kalten Jahreszeit erscheint der immergrüne Efeu als kleiner grüner Tupfer in der sonst recht farblosen Landschaft. Ein einzigartiges Bild bildet die Lianenpflanze, wenn sie mehrere Meter hoch an einem Baum emporklettert und diesen in einen grünen Mantel hüllt. 

Die Heimat des Gewöhnlichen Efeus befindet sich in West-, Mittel- und Südeuropa von der Ebene bis in die mittleren Gebirgslagen. Das Verbreitungsgebiet im Norden reicht bis nach Südschweden. Für Menschen sind sämtliche Pflanzenteile des Efeus giftig. Aufgrund seiner medizinischen Wirkung wird er in geringer Dosis in der Naturheilkunde allerdings als wirkungsvoller Hustenlöser eingesetzt.  

Das Besondere an dieser Pflanzenart ist die ungewöhnliche Blütezeit von September bis in den Spätherbst. Es ist, als würde der Gewöhnliche Efeu das Frühjahr und den Sommer verschlafen und den anderen Pflanzen den Vortritt lassen.

Doch diese Strategie zahlt sich aus! 

Um sich fortpflanzen zu können, ist die Art auf Fremdbestäubung durch Insekten angewiesen. Da die meisten anderen Pflanzenarten im Herbst bereits verblüht sind, erscheint der Gewöhnliche Efeu mit seiner späten Blütezeit als Retter während der Zeit der Nahrungsknappheit. Für viele verschiedene Insekten, wie Bienen, Wespen, Schwebfliegen und Schmetterlinge stellt der Gewöhnliche Efeu dementsprechend eine wichtige Nahrungsquelle dar. Zwischen Januar und April werden zudem die Früchte reif, die gerne von Vögeln, wie z.B. Amsel, Rotkehlchen und Star gefressen werden. Die in den Früchten enthaltenden Samen der Pflanze werden verdaut und an anderer Stelle wieder ausgeschieden. Auf diese Weise kann sich der Gewöhnliche Efeu an den verschiedensten Orten etablieren (Endochorie).

Eine Win-Win-Situation für Pflanze und Tier! 

Bis Efeu zur Blüte kommt, dauert es allerdings acht bis zehn Jahre. Geduld ist also gefragt!Mit einem Höchstalter von mehr als 200 Jahren gibt es aber noch genug Zeit, in der die Art vielen verschiedenen Tierarten als Nahrungsquelle dienen kann. 

In Siedlungen wird der Efeu gerne als Zierpflanze und zur Fassadenbegrünung genutzt. Etwas Vorsicht ist aber geboten: Die Kletterpflanze, die mit ihren Haftorganen an Fassaden emporklimmt, kriecht auch gerne in Ritzen im Gemäuer und kann Schäden an Regenrinnen und Dachziegeln verursachen. Eine regelmäßige Pflege bzw. ein Rückschnitt des Efeus ist dementsprechend unverzichtbar. 

Die Bäume, an denen der Efeu zu sehen ist, werden allerdings nicht geschädigt, weil die Pflanze im Boden wurzelt und nicht die Leitungsbahnen der Bäume anzapft. So sind weder ein höheres Absterberisiko noch ein Vitalitätsverlust durch Efeubewuchs zu befürchten. 




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