Hotspot des Monats Juni: Der Verkannte Grashüpfer

01.06.2018


Zeig mir wie du zirpst und ich sag' dir, wer du bist!

Mit Beginn des Sommers geht das große Zirpen der vielen Grashüpfer wieder los. Mit dabei sind auch die erwachsenen Tiere vom Verkannten Grashüpfer (Chorthippus mollis), die von Juni bis Anfang November zu hören und zu beobachten sind. Diese Art ist in Deutschland weit verbreitet und liebt vor allem trockenwarme Standorte mit sandigem Untergrund und dazwischen liegenden offenen Bodenstellen. Somit sind Wegränder, Brachen, Sandtrockenrasen oder auch lückige Calluna-Heiden für die kleinen Hüpfer ideal, da sie dort auch Gräser zum Fressen vorfinden. Der Hotspot 22 bietet den Grashüpfern so einen perfekten Lebensraum und deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der Verkannte Grashüpfer eine Leitart dieser Regionen ist.

Ein häufiges Problem bei der Bestimmung von Grashüpfern ist, dass sich die Arten äußerlich sehr ähneln und die Gestalt innerhalb einer Art oft variabel ist. So wird auch der Verkannte Grashüpfer gern mit dem Braunen Grashüpfer oder dem Nachtigall-Grashüpfer verwechselt. Beide Geschlechter des Verkannten Grashüpfers sind oberseits grundsätzlich grau-bräunlich, variabel gefleckt gefärbt. Die Unterseite ist heller. Die Seiten des Hinterleibs (Abdomen) sind schwarz-hell gestreift und die Abdomenspitze ist oberseits rot gefärbt. Auffällig ist, dass die Weibchen dieser Art deutlich größer sind als die Männchen.

Um dennoch diesen Grashüpfer von den äußerlich sehr ähnlichen anderen Arten sicher unterscheiden zu können, muss man einfach genau hinhören (http://www.orthoptera.ch/arten/item/chorthippus-glyptobothrus-mollis-mollis). Denn der Gesang ist die einfachste Methode Heuschrecken zu bestimmen. Für Menschen ist der Gesang des Verkannten Grashüpfers, welcher aus langen Strophen von 15-20 Sekunden besteht, ca. 10 m weit hörbar. Wie alle Grashüpfer erzeugt er die Laute mithilfe des sogenannten Stridulationsapparates. Dieser umfasst eine Schrilleiste an den Innenseiten der Hinterschenkel und eine Schrillader an den Vorderflügeln. Durch das Reiben der Flächen gegeneinander entsteht der typische Laut – das Zirpen. Während wir das Zirpen mit warmen Sommertagen verbinden, hat der Gesang für die Hüpfer eine viel größere Bedeutung. Denn neben diesem Normalgesang existieren zusätzlich noch ein kürzerer, lauter Rivalengesang und sehr leise Paarungsrufe, die auch von Weibchen erzeugt werden. Den Männchen dienen die Gesänge zur Partnerfindung, Partnerwerbung oder zur Abgrenzung des eigenen Reviers.           

Hat die Partnerfindung und die Fortpflanzung dann funktioniert, legen die Weibchen die Eier in die obere Bodenschicht. Dies geschieht meist von Juli bis Oktober. Im nächsten Jahr schlüpfen die Larven zwischen Mai und Ende Juni und durchlaufen danach 5-6 Häutungsstadien bis sie ihr erwachsenes Aussehen erreichen.

Der Verkannte Grashüpfer kann neu entstandene Flächen schnell besiedeln. Optimale Bedingungen bieten sonnige, magere Standorte mit einem hohen Anteil an vegetationslosen Stellen. Auch ein später Schnittzeitpunkt ist für diese Art wichtig, da die Larvalphase im Juli/August abgeschlossen wird. Offene, vegetationslose Bereiche werden am besten durch eine Beweidung mit Schafen oder Rindern erzielt.




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