Hotspot des Monats Mai: Der Aurora-Falter

23.04.2018


Unverwechselbare Männchen treffen auf unscheinbare Weibchen

Der mittelgroße tagaktive Falter ist bei uns vereinzelt bis häufig anzutreffen: auf feuchten Wiesen, am Rand von Auenwäldern oder im hauseigenen Garten. Dabei hat der Aurora-Falter eine Vorliebe für Pflanzen an feuchten und halbschattigen Standorten. Vor allem  Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler stehen ganz oben auf der Liste seiner Nahrungspflanzen: Allen voran die Knoblauchrauke und das Wiesenschaumkraut. Das Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) könnte daher dem Falter seinen lateinischen Namen Anthocharis cardamines gegeben haben.

Da seine Hauptnahrungsquellen ab Frühling blühen, kündigt sich auch der Falter mit Beginn des Frühjahrs an. Die grazilen kleinen Wesen flattern dann von April bis Juni durch unsere Landschaften und verschönern durch ihre Gestalt die Flächen. Grundsätzlich ist die Flügeloberfläche der Falter weiß gefärbt mit einem schwarzen Fleck auf dem Vorderflügel und grauen Flügelspitzen. Die Flügelunterseite ist grün-weiß gesprenkelt. Das Männchen des Aurora-Falters zeigt sich aber extravaganter: Es besitzt orange Oberflügelspitzen und ist damit eindeutig vom unscheinbaren Weibchen zu unterscheiden. Diese Farbtupfer an den Spitzen sind auch der Grund für den Namen des Falters „Aurora“ (auf Deutsch: Göttin der Morgenröte).    

Die Nahrungspflanzen dienen den erwachsenen Faltern nicht nur als Lieferant für Nektar, sondern auch als Eiablageort. Das Weibchen legt das orangerote Ei (selten mehrere Eier) im Mai an den Blüten von Knoblauchrauke oder Wiesenschaumkraut ab (in Gärten sind dies auch schon mal Silberblatt oder Nachtviole). Interessant ist, dass die Raupen, die von Juni bis Juli an den Blüten zu finden sind, nur im Notfall an den Blättern ihrer Nahrungspflanzen fressen. Denn was sie mehr begehren sind die Blüten und Früchte. Diese Tatsache führt zu einem Konflikt zwischen den Raupen, da es an den Pflanzen nicht genügend Blüten und Früchte für alle gibt. In der Konsequenz werden Artgenossen angegriffen oder sogar aufgefressen.

Ab Juli oder August verpuppt sich dann die Raupe und heftet sich an die Stängel der Knoblauchrauke oder des Wiesenschaumkrauts an. In der Form dieser Gürtelpuppe überwintert sie und im nächsten Jahr im April schlüpfen schließlich die Falter. Damit bildet der Aurora-Falter nur eine Generation pro Jahr aus.

Voraussetzung für die Eiablage und Verpuppung an den Pflanzen ist aber, dass diese Stängel nicht abgemäht werden. Das stellt ein Problem dar, wenn man im Herbst jeden Winkel seines Gartens abmäht oder wenn Flächen von Wiesenschaumkraut und Knoblauchrauke an Wegen gemäht werden sollen. Deshalb sollte beispielsweise bei der Wegrand- und Grabenpflege nur abschnittsweise gemäht werden und nach Möglichkeit auch Bestände über den Winter stehen bleiben. Auch die Intensivierung der Landwirtschaft und die Umwandlung von Wiesen in Ackerland sind ein ernsthaftes Problem für die Aurora-Falter, da dadurch viele Lebensräume der zierlichen Wesen verloren gehen.




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