Hotspot des Monats Oktober – der Fischotter

02.10.2018


Akrobaten unter Wasser

Mit seinem stromlinienförmigen Körper, seinen kurzen Beinen mit Schwimmhäuten, die einen starken Antrieb liefern, sowie seinem muskulösen, runden Schwanz, welcher ihm als Steuer dient, ist der Fischotter vollständig an das Leben im und am Wasser angepasst. Auf seiner täglichen Nahrungssuche ist er sowohl im Wasser als auch in der dichten Ufervegetation flink und elegant unterwegs.

Auf seinen bis zu 8-minütigen Tauchgängen kann der Fischotter seine Nasen- und Ohrenöffnungen verschließen. Sein dichtes Fell schützt ihn mit ca. 50000 Haaren pro Quadratzentimeter auch unter Wasser vor Nässe und Kälte. Insgesamt ist sein Körper mit etwa 100 Millionen Haaren bedeckt, welche miteinander verzahnt sind, sodass im Wasser Luft zwischen ihnen eingeschlossen wird, die der Thermoregulation dient.

Fischotter sind nachtaktive Einzelgänger, die nur gelegentlichen Kontakt zu ihren Artgenossen hegen, beispielsweise zur Paarung. Nach etwa zwei Monaten bringt ein Weibchen durchschnittlich zwei, gelegentlich bis zu fünf Junge zur Welt. Mit einem Alter von zwei Jahren sind Fischotter geschlechtsreif. Im Gegensatz zu vielen anderen heimischen Wildtieren halten sie keinen Winterschlaf.

Lebensraum des Fischotters sind stehende und fließende Gewässer. Ideal sind saubere, unverbaute Bäche mit natürlicher Ufervegetation. Hier leben viele Fische und andere Wasserlebewesen, was ein hohes Nahrungsangebot für den Otter bedeutet. Unterschlupf und einen Ort zur Jungenaufzucht findet der Fischotter in natürlichen Auwäldern mit reichhaltiger Kraut- und Strauchschicht. Er gräbt keinen Bau, sondern ist auf andere, natürliche Verstecke angewiesen, in denen er sein Nest aus Pflanzenteilen baut.

Zu ihren aktiven Phasen sind Fischotter ständig auf Nahrungssuche und sehr neugierig. Die Reviere werden an markanten Stellen mit Kot sowie einem stark riechenden Sekret aus den Analdrüsen markiert.

Neben Fischen stehen auch Vögel, Amphibien, Reptilien, Krebse, kleine Säugetiere und Insekten auf dem Speiseplan des Fischotters. Zwischen 500 g und 1 kg Nahrung verputzt ein Otter täglich.

Das tolle und begehrte Fell und sein Appetit auf Fisch wurden dem Fischotter in der Vergangenheit ebenso zum Verhängnis wie die Kanalisierung natürlicher Gewässer. Vielerorts galt der Fischotter deshalb als ausgestorben. In einigen Regionen, so auch im Hotspot 22, gibt es seit einigen Jahren aber wieder Nachweise. Heute wird der Fischotter vor allem durch den Straßenverkehr gefährdet. Bei seinen nächtlichen Wanderungen zwingen künstliche Hindernisse den Fischotter immer wieder, die Ufer zu verlassen und Straßen zu überqueren – eine tödliche Gefahr.

Bei den Maßnahmen zur Renaturierung von Fließgewässern an der Ems und am Fleckenbach im Hotspot 22 ist der Fischotter eine wichtige Zielart. Es profitieren aber auch viele andere Arten wie Fische, Amphibien und Pflanzen.




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