Maßnahmen im Landkreis Grafschaft Bentheim

Revitalisierung einer Feuchtheide

Als erste praktische Naturschutzmaßnahme im Hotspot-Projekt  wurde im Landkreis Grafschaft Bentheim eine ehemals sehr wertvolle  Feuchtheide auf dem Gelände des Golfclubs „Euregio Bad Bentheim e.V.“ im Winter 2013/2014 entkusselt, d.h. alle Gehölze wurden entfernt und abgefahren. Dies fördert die lichtbedürftigen Heidepflanzen und entzieht der Fläche Nährstoffe. Im Spätsommer 2014 fand eine Beweidung mit Bentheimer Landschafen statt, einer alten Haustierrasse, die sehr gut an die hiesigen Bedingungen angepasst ist. Der Tritt und der Verbiss der Schafe drängen die dominanten Gräser zurück und fördern die typischen Pflanzen der Feuchtheide, denn der ursprüngliche Artenreichtum der Fläche entstand durch eine frühere Weidenutzung. Eine Regeneration solcher Lebensräume ist möglich, da die Samen der Pflanzen viele Jahre im Boden lagern und dennoch keimen können, wenn sich die Umweltbedingungen wieder zu ihren Gunsten verbessert haben.

Die Fläche vor Maßnahmenbeginn im Herbst 2013
Nach Maßnahmenbeginn im Frühjahr 2014

 

Regeneration von Sandlebensräumen südlich des Naturschutzgebiets „Syen Venn“

Bei der Maßnahmenfläche südlich des Naturschutzgebietes Syen Venn, das ein wertvolles Hochmoorrelikt darstellt, handelt es sich um eine eiszeitliche Binnendüne, die früher mit Heide und Wacholderbüschen bedeckt war und 1953 aufgeforstet wurde. Durch bäuerliche Sandentnahme entstanden dort mehrere kleine Gewässer und ein Mosaik unterschiedlicher Sukzessionsstadien von Sandlebensräumen. Nach der Nutzungsaufgabe der Kleinabgrabung in den 1980er Jahren wuchsen die Ufer zu und die Gewässer verschlammten nach und nach. Die einst dort vorkommenden Pionierarten wie Kreuzkröte, Sonnentau (eine Pflanzenart) oder Schlammschwimmer (eine Käferart) verschwanden. Um diese und viele andere Arten der Sandlebensräume wieder zu fördern, wurden die Gewässerufer im Winter 2013/2014 zunächst großzügig von Gehölzen befreit. Im September 2014 erfolgten dann eine Entschlammung der Gewässer und ein Bodenabtrag am Ufer, um den darunterliegenden Sand wieder freizulegen. Zusätzlich wurden zwei angrenzende Wegesäume mit regionalem Saatgut aufgewertet, damit sie in Zukunft als linienförmiges Element in der Landschaft nährstoffarme Lebensräume verbinden und vielen Tieren als Lebensraum dienen können.

Der Sand ist wieder sichtbar!
Mit schwerem Gerät wird das Ufer geformt und der Schlamm entfernt

Anlage von Blühsaumen

Blühsäume sind wichtige vernetzende Elemente in der Landschaft. Sie dienen als Ausbreitungsweg für Tiere und bieten heimischen Gräsern und Kräutern einen Standort. Blühende Säume erfreuen außerdem das Auge! Durch die Einsaat von artenreichem regionalen Saatgut wird die Grundlage für einen dauerhaften Blühstreifen gelegt.

Anlage eines Blühstreifens auf dem Schulgelände des Missionsgymnasiums St. Antonius Bardel - Bad Bentheim
Anlage eines Blühsaumes auf dem Friedhof Gildkamp - Nordhorn

 

Schmetterlingskartierung

2014  wurde die Fortführung einer Schmetterlingskartierung aus Projektmitteln finanziert. Darin besteht die Chance, durch die Schmetterlinge als Bioindikatoren detaillierte Informationen über den Zustand der sandigen Lebensräume im Landkreis Grafschaft Bentheim zu erhalten. Viele Schmetterlingsarten sind hochspezialisiert und an Lebensraumbedingungen gebunden, die in der Grafschaft in Form von Heiden, Mooren und Sandstellen noch vorkommen. Es zeichnet sich jedoch bereits eine Verschlechterung der Habitatqualität durch Sukzession sowie eine Isolation der Vorkommen in der Landschaft ab. Eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den Schutzgebieten sowie eine bessere Vernetzung der Habitate ist notwendig, um die seltenen Arten langfristig erhalten zu können. Maßnahmen zur Stärkung der Quellpopulationen und zur Vernetzung von Lebensräumen, die auch anderen Artengruppen zugutekommen, werden besser planbar. Zudem wird eine Datengrundlage für eine spätere Erfolgskontrolle geschaffen.  Die Kartierung wird im Jahr 2015 fortgesetzt.

Nächtlicher Fang von Schmetterlingen. Foto: Dr. Frank Rosenbauer
Die Nachtfalter werden durch UV-Licht angezogen. Foto: Dr. Frank Rosenbauer

Hotspot Region


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