Hotspot des Monats April: die Goldammer

16.04.2019


Die Goldammer hat Gold im Gefieder - und in der Kehle.

„Wie, wie, wie hab ich Dich liiiieb“ – so kann man die markanteste Strophe im Gesang der Goldammer interpretieren, der vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätsommer hinein zu hören ist. Einige meinen auch die berühmte Eingangspassage aus Beethovens 5. Symphonie herauszuhören. Die Goldammer überzeugt aber nicht nur musikalisch, sie macht auch optisch einiges her. Die Männchen beeindrucken während der Brutzeit mit einem leuchtend gelben Kopf. Kein Wunder, dass sie manchmal mit Kanarienvögeln verwechselt werden. Im Winter ist der Goldammermann, wie sonst die Weibchen, etwas dezenter gefärbt. Wer eine Goldammer hört, hat gute Chancen, sie auch zu sehen. Denn meist singt sie von exponierter Stelle aus, sei es eine Strauchspitze oder eine Stromleitung. Goldammern schätzen reich gegliederte Kulturlandschaften mit einem Wechsel von Wiesen. Äckern, Waldrändern, Hecken und blühenden Randstreifen. Den eigentlichen Siedlungsraum meiden sie ebenso wie dichte Wälder. In Sachen Nachwuchs ist das Weibchen die treibende Kraft. Es sucht nicht nur den passenden Standort für das Nest aus, sondern ist auch für dessen bauliche Umsetzung zuständig. Goldammern legen ihre Nester auf dem Boden oder im tiefen Bereich von Gehölzen an. Nachdem das Weibchen die meist vier Jungvögel erbrütet hat, darf auch das Männchen ran. Es hilft tatkräftig mit, dass der immer hungrige Nachwuchs mit Insektennachschub versorgt wird. Goldammern bleiben auch im Winter bei uns. Dann streifen sie oft in größeren Gruppen durch die Landschaft und suchen auf abgeernteten Feldern nach Körnern. Wie andere Vögel der Feldflur auch sind Goldammern Mischköstler: Im Frühjahr und Sommer bestimmen Insekten und Spinnen den Speiseplan, während im Herbst und Winter Sämereien einen Großteil der Nahrung ausmachen. Goldammern profitieren daher von blütenreichen Randstrukturen, die im Sommer Insekten anlocken und im Herbst Körnerfutter bieten.




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