Hotspot des Monats August: Der Lungenenzian

15.08.2019


Früher weit verbreitet, heute stark gefährdet

Hört man den Namen Enzian, so assoziiert man damit zunächst Alpen und Gebirge. Doch der Lungenenzian (Gentiana pneumonanthe) fühlt sich auch im flachen Nordwesten wohl. Auf sandigen oder torfigen Böden, die zudem noch feucht sind, wächst er am besten. Solche Standorte bietet der Hotspot 22 noch relativ häufig, weshalb die Art hier einen Verbreitungsschwerpunkt innerhalb Deutschlands hat.

Der Lungenenzian verdankt seinen Namen den innen grün punktierten Blüten, die an ein Lungengewebe erinnern. Man hoffte daher, dass er Wunder bei Atemwegserkrankungen wirken sollte. Doch leider blieb der heilende Effekt aus. Die im Lungenenzian enthaltenen Bitterstoffe helfen weder bei Lungenleiden noch bei anderen Krankheiten.

Unverzichtbar ist der Lungenenzian allerdings für den Lungenenzian-Ameisenbläuling. Der Falter legt seine weißen Eier ausschließlich an der Pflanze ab. Zunächst ernähren sich die geschlüpften Raupen von den Samenständen. Anschließend lassen sie sich schließlich zu Boden fallen. Dabei ahmen sie den spezifischen Duft der Knotenameise nach. So werden die Arbeiter der Knotenameise angelockt, die daraufhin die Raupen in ihr Nest tragen und über de Winter füttern. Auch die Verpuppung und der Schlupf der Falter finden im Ameisennest statt. 

Lungenenziane sind deutschlandweit gefährdet. Sowohl in Niedersachsen als auch in Nordrhein-Westfalen sind sie als „stark gefährdet“ eingestuft. Gefährdungsgründe sind die Intensivierung der Landwirtschaft, Verbuschung und Aufforstung der Standorte.

Im Hotspot 22 wurden gezielte Maßnahmen zur Förderung des Lungenenzians durchgeführt. So wurde an einigen Wuchsorten die angrenzende Vegetation geschwächt, um die Keimbedingungen für den Lungenenzian zu verbessern.  

Eine besondere Ehre wurde dem Lungenenzian 1980 zuteil: Er wurde zur ersten „Blume des Jahres“ gekürt.




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