Hotspot des Monats März: die Feldlerche

14.03.2019


Gezwitscher von oben, und das schon im März? Das muss die Feldlerche sein.

Sie schätzt offenes Gelände mit einem freien Blick. Früher war die Feldlerche ein  Allerweltsvogel, dessen aus luftiger Höhe vorgetragener rhythmischer und abwechslungsreicher Fluggesang  allerorten ab dem frühen Morgen zu hören war und so manchen Dichter zu  lyrischen Höhenflügen inspirierte: „Man sieht die Lerchen mit Gesang/hoch in die Lüfte steigen/Nur die mit „e“!/ Die mit dem „ä“/die stehen da – und schweigen.“  Schweigen herrscht heute auch dort, wo zu Heinz Erhardts Zeiten noch  Lerchengesang zu vernehmen war. Wie für viele andere Bewohner der offenen Feldflur sind die Zeiten für den Vogel des Jahres 2019 rauer geworden. Der immer weiter um sich greifende  Maisanbau, die dichte Aussaat des Getreides, fehlende Brachen und Feldraine – all das macht ihr zu schaffen. In der intensiv genutzten Landschaft mangelt es sowohl an  geeigneten Brutplätzen als auch an Nahrung. Zudem fallen, wie bei anderen Bodenbrütern,  viele Gelege der landwirtschaftlichen Bearbeitung zum Opfer. Lerchenfenster, die bei der Aussaat ausgespart bleiben, oder noch besser die größeren Feldvogelinseln können da Abhilfe schaffen und helfen auch anderen Arten wie Kiebitz und Schafstelze. Aber auch magere Grünlandflächen, die es heute fast nur noch in Naturschutzgebieten gibt, bieten der Feldlerche noch gute Möglichkeiten, eine Nestmulde mit feinem Pflanzenmaterial  auszupolstern und ihre zwei bis fünf Eier auszubrüten.

Auch wenn die Feldlerche im Hotspot-Projekt keine besondere Zielart ist, profitiert sie von Maßnahmen im Projekt. Die neu angelegten Blühstreifen locken viele Insekten an, die vor allem für die Aufzucht der Jungen eine wichtige Nahrung sind. Im Spätsommer wiederum bieten sie Sämereien, die von den Vögeln gerne gefressen werden. Damit besteht noch Hoffnung, dass die harschen Worte von Shakespeares Julia über den Gesang der Feldlerche auch zukünftig noch widerlegt werden können: „Es ist die Lerche, die so heiser singt/ Und falsche Weisen, rauhen Misston gurgelt.“




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