Hotspot des Monats November - Die Preiselbeere

26.10.2018


Leckerer Hingucker im Herbst

Jeder kennt sie – Preiselbeeren, eingemacht als Kompott, als kleiner Klecks auf dem gebackenen Camembert oder dem Schnitzel. Aber wo kommt die Beere her? Nicht viele wissen, wie die Pflanze aussieht oder wo sie zu finden ist.

Die Preiselbeere gehört zu den Heidekrautgewächsen. Es handelt sich um einen kleinen, immergrünen Strauch mit einer Höhe von lediglich bis zu 30 cm, der saure, nährstoffarme Standorte wie zum Beispiel Sandböden bevorzugt. Hier geht er eine Symbiose mit Bodenpilzen ein (Mykorrhiza),  von denen er wichtige Nährstoffe bezieht.

Die Preiselbeere wächst vor allem auf basenarmen Böden mit einer sauren Rohhumusdecke, in der sie bis einen Meter Tiefe wurzeln kann. Charakteristischer Standort sind Moore, Heiden und Zwergstrauchgestrüppe, sie besiedelt jedoch unter anderem auch saure Kiefern- und Fichtenwälder. In der Roten Liste für Nordrhein-Westfalen hat sie den Status 3, ist also gefährdet.

Die weiße oder rötliche Blütenkrone ist von Juni bis Juli zu betrachten. Die Blüten werden von Insekten bestäubt. Die glänzend roten, kugelförmigen Beeren mit einer Größe von fünf bis zehn Millimetern reifen Ende August bis Anfang September. Sie sind ein beliebtes Futter für viele Vögel, die somit die Samen durch ihre Ausscheidungen verbreiten. Der kleine Strauch hat für seine Verbreitung aber noch ein Ass im Ärmel: Durch Kriechtriebe vermehrt er sich vegetativ und kann so größere Flächen erobern.

Häufig wachsen Preiselbeersträucher in direkter Nähe zu Blaubeersträuchern. Trotzdem kommt es nur selten zu Hybriden zwischen den beiden Arten, die man als Bastard-Heidelbeere bezeichnet. Diese sind wie die Preiselbeere immergrün, allerdings sehen die Blätter denen der nur sommergrünen Heidelbeere meist ähnlicher.

Bereits zu prähistorischen Zeiten hat der Mensch die Beeren gesammelt und verwertet. Sie waren ein wichtiger Beitrag zur Vitamin- und Nährstoffversorgung im Winter, vor allem, weil sie von allen vergleichbaren Beeren am längsten haltbar sind.

Aufgrund der in ihnen enthaltenen Fruchtsäuren schmecken die rohen Preiselbeeren eher bitter. Deshalb werden sie vor allem in verarbeiteter Form konsumiert, beispielsweise als Marmelade. In dieser Form sind sie zum Beispiel eine beliebte Beilage zu Wildgerichten und Wiener Schnitzel.

Wegen ihres Gehaltes an Anthocyan gilt der Genuss der Beeren oder der Blätter als guter Schutz vor Nieren- und Harnblaseninfektionen. Die Pflanze soll auch zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen und bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen behilflich sein. Dies ist jedoch noch nicht wissenschaftlich bewiesen.

Da die Preiselbeere auf Sandböden zu finden ist und für ihre Bestäubung Insekten benötigt, kommt die Förderung nährstoffarmer Standorte und der Biodiversität im Hotspot 22 der Pflanze sehr zugute.




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