Unscheinbare Preziosen

24.07.2018


Knotiges Mastkraut, Quirlige Knorpelmiere und Hirschsprung – schon mal von gehört?

Dass Botaniker bei der Arbeit meist mit gesenktem Kopf unterwegs sind, ist nicht ungewöhnlich. Um bestimmte Arten ausfindig zu machen, kann es sogar von Vorteil sein, mit allen Vieren auf dem Boden zu krauchen. Zu diesen Arten gehören die Knorpelmiere (Illecebrum verticillatum), der Hirschsprung (Corrigiola litoralis) und das Knotige Mastkraut (Sagina nodosa). Die drei unscheinbaren Preziosen konnten jetzt innerhalb des Hotspot 22 bei Kartierungen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Wersener Heide entdeckt werden, der zum Nationalen Naturerbe gehört.

Die drei Pflanzen sind von eher von kleinem Wuchs, auch wenn deutsche Namen wie Mastkraut und Hirschsprung durchaus anderes suggerieren. Das Knotige Mastkraut kommt kaum über 10 Zentimeter hinaus, Knorpelmiere und Hirschsprung schaffen ein wenig mehr, haben aber eine niederliegende Wuchsform (s. Fotos). Alle drei gehören zu den Nelkengewächsen, wobei der Hirschsprung seit einiger Zeit zur Familie der Mollugogewächse gezählt wird. Dass alle drei Arten räumlich benachbart an einem wechselfeuchten Sandweg wuchsen, ist kein Zufall. Sie gehören zu den konkurrenzschwachen Pionier- und Trittpflanzen, die auf offene Bodenstandorte angewiesen sind, die durch natürliche oder auch menschliche Einflüsse  wie Tritt oder Wasserstandsschwankungen entstehen. Vor allem Hirschsprung und Knorpelmiere können auch an den Ufern von Flüssen und Talsperren oder auf Industriebrachen gefunden werden.

Alle drei Arten gehören sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Niedersachsen zu den gefährdeten Arten. Die Knotige Mastkraut gilt sogar als stark gefährdet.




Hotspot Region


Veranstaltungen

Dezember 2018
MoDiMiDoFrSaSo
48262728293012
493456789
5010111213141516
5117181920212223
5224252627282930
131123456


Kontakt

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf info@remove-this.wege-zur-vielfalt.de oder reden Sie mit unseren Experten.

Ihre Ansprechpartner